Armut im Alter: die programmierte Not – www.armutskongress.de


Altersarmut droht in Deutschland zu einem Massenphänomen zu werden. Und wer einmal betroffen ist, kann sich selten wieder daraus befreien. Es braucht dringend eine gezielte Politik zur Vermeidung von Armut im Alter.Von: Dr. Joachim RockDer Wertverlust der Renten führt zwangsläufig zu steigender Armut. Fotolia/Alexander-RathsAltersarmut ist heute Armut ohne Ausweg. Wer von Armut im Alter betroffen ist, ist ausgeliefert. Jenseits des Rentenalters eine neue Arbeit zu finden, ist eine Hoffnung an der Grenze zur Illusion. Zum Leben bleibt, was zuvor an Leistungsansprüchen erworben wurde und was die staatliche Grundsicherung ergänzend gewährt. Wer im Alter arm wird, der verfügt selten über relevante Rücklagen. Während Mieten und Preise steigen, sinkt gleichzeitig der Wert der Rente – eine Zangenentwicklung, der der ältere Mensch ausgeliefert ist.Armut im Alter ist nicht nur Armut an Geld, sondern auch an sozialen Kontakten. Sie ist Armut an Teilhabemöglichkeiten. Von Armut betroffenen Menschen im Alter fehlen nicht nur die sozialen Kontakte, die für erwerbstätige Menschen durch die Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen selbstverständlich sind. Armen Menschen im Alter fehlen auch die Möglichkeiten, die Kosten von Mobilität  und damit auch von Teilhabe zu finanzieren. Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben oder, schlimmer noch, die Verwiesenheit auf die eigenen vier Wände, weil man sich die Ausflüge mit dem Sportverein oder die Lokalbesuche mit der Skatrunde nicht mehr leisten kann. Gerade Menschen im ländlichen Raum, ohne eigenes Auto und abseits von Geschäften und Dienstleistungen, stehen im Abseits.Falsche politische PrioritätenWer einmal von Altersarmut betroffen ist, ist regelmäßig nicht mehr in der Lage, sich aus eigener Kraft aus diesem Zustand zu befreien. Altersarmut ist heute ein Schicksal, das den Menschen für den Rest seines Lebens, über 5, 10, 20 und mehr Jahre begleitet. Dabei können von Altersarmut betroffene Menschen bislang kaum mit zusätzlicher Unterstützung rechnen, im Gegenteil. Das fortdauernde Sinken des sogenannten Rentenniveaus wir von einer breiten Mehrheit der Parteien nicht in Frage gestellt. Und an Stelle einer gezielten Politik zur Vermeidung von Armut im Alter war die politische Priorität der vergangenen Jahre die Sicherung der Einkommensposition der vergleichsweise gut situierten Facharbeiter, in der Regel Männern, die mit der Rente ab 63 das Angebot erhielten, überdurchschnittliche Leistungen auch länger in Anspruch zu nehmen.  Ältere Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiographien, insbesondere Frauen, Selbstständige und erwerbsgeminderte Menschen stehen nicht im Fokus der Politik. Altersarmut nimmt zu. Noch immer ist der Mythos verbreitet, Altersarmut treffe nur einen sehr kleinen Teil der älteren Menschen. Für das Jahr 2014 hat das Statistische Bundesamt für Rentner/innen und Pensionär/innen eine „Armutsrisikoquote“ von 15,6 Prozent errechnet – ein überdurchschnittlicher Wert, gemessen an dem durchschnittlichen „Armutsrisiko“ von 15,4 Prozent. Altersarmut droht, zu  einem Massenphänomen zu werden. Das kann niemanden überraschen: Wir wissen schon heute, welche Ansprüche Menschen gegenüber den Versicherungssystemen (nicht) gesammelt haben. Wir wissen, dass die Lebenshaltungskosten, etwa für Miete und Energie, wachsen, während der Wert der Rente stetig sinkt. Altersarmut ist damit programmiert.Dabei muss Altersarmut kein Schicksal sein, sie ist vermeidbar. Man muss es nur wollen.Lesen Sie hier den gesamten Aufsatz „Armut im Alter und bei Erwerbsminderung“.

Quelle: Armut im Alter: die programmierte Not – www.armutskongress.de

Advertisements
  1. Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: